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Altersversorgung

Grundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung

(Auszüge aus der Sozial-Fibel des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen)


Versicherte der gesetzlichen Rentenversicherung haben Anspruch auf Altersrente, wenn sie ein bestimmtes Lebensalter erreicht und eine Mindestversicherungszeit zurückgelegt haben. Für einige Altersrenten müssen darüber hinaus weitere besondere Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sein.

Regelaltersrente wird bei einer zurückgelegten Wartezeit von 5 Jahren (60 Monaten) mit Vollendung des 65. Lebensjahres gewährt.

Frühestens ab dem vollendeten 60. Lebensjahr – ab 2009 frühestens ab dem vollendeten 63. Lebensjahr – erhält vorgezogene Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit, wer vor dem 01.01.1952 geboren ist, eine Wartezeit von 15 Jahren zurückgelegt hat, entweder nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten insgesamt 52 Wochen und bei Beginn der Rente arbeitslos ist oder für mindestens 24 Monate seine Arbeitszeit aufgrund von Altersteilzeitarbeit im Sinne des Altersteilzeitgesetzes vermindert hat und innerhalb der letzten 10 Jahren vor Beginn der Rente mindestens 8 Jahre eine rentenversicherungspflichtige Beschäftigung oder Tätigkeit ausgeübt hat. Bestimmte Zeiten, in denen der Versicherte aus nicht von ihm zu vertretenden Gründen an der Ausübung einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Tätigkeit gehindert war, verlängern den Zehn-Jahres-Zeitraum.

Weibliche Versicherte haben ab dem vollendeten 60. Lebensjahr Anspruch auf Altersrente für Frauen, wenn sie vor dem 01.01.1952 geboren sind und nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre (mindestens 121 Monate) mit Pflichtbeitragszeiten und eine Wartezeit von 15 Jahren (180 Kalendermonaten) zurückgelegt haben.

Bei einer zurückgelegten Wartezeit von 35 Jahren erhalten schwerbehinderte Menschen mit Vollendung des 60. Lebensjahres Altersrente für schwerbehinderte Menschen. Versicherte, die vor dem 01.01.1951 geboren sind, können auch dann bereits ab dem vollendeten 60. Lebensjahr Altersrente in Anspruch nehmen, wenn sie berufsunfähig oder erwerbsunfähig nach dem bis zum 31.12.2000 geltenden Recht sind und mindestens 35 Jahre mit Versicherungszeiten (rentenrechtliche Zeiten) nachweisen können.

Versicherte, die die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben, haben ab dem vollendeten 63. Lebensjahr Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte.

Die Altersgrenzen für Altersrenten vor dem vollendeten 65. Lebensjahr wurden in den letzten Jahren wie folgt angehoben:

  • Für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit in 60 Monatsschritten in der Zeit von Januar 1997 bis Dezember 2001 von 60 auf 65 Jahre; betroffen sind Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1937.
  • Für die Altersrente für Frauen ebenfalls in 60 Monatsschritten in der Zeit von Januar 2000 bis Dezember 2004 von 60 auf 65 Jahre; betroffen sind Frauen der Geburtsjahrgänge ab 1940.
  • Für die Altersrente für langjährig Versicherte in 24 Monatsschritten in der Zeit von Januar 2000 bis Dezember 2001 von 63 Jahre auf 65 Jahre; betroffen sind Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1937.
  • Für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen in 36 Monatsschritten in der Zeit von Januar 2001 bis Dezember 2003 von 60 auf 63 Jahre; betroffen sind Versicherte der Geburtsjahrgänge ab 1941.

Alle diese genannten Altersrenten mit Ausnahme der Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeitarbeit können zwar auch weiterhin bereits frühestens ab dem vollendeten 60. bzw. 63. Lebensjahr in Anspruch genommen werden, sie werden dann jedoch für die gesamte Dauer des Rentenbezuges um einen Abschlag in Höhe von 0,3 % für jeden Monat gemindert, in dem sie vor Erreichen der hinausgeschobenen Altersgrenze bezogen werden (insgesamt bis zu maximal 18 %). Im Zusammenhang mit der Anhebung der Altersgrenzen gibt es allerdings verschiedene Vertrauensschutzregelungen, die es Angehörigen der bei In-Kraft-Treten der Gesetzesänderungen zur Anhebung der Altersgrenzen bereits rentennahen Jahrgänge unter bestimmten Voraussetzungen ermöglichen, Altersrente vorzeitig mit geringerem Abschlag oder abschlagfrei zu erhalten.

Seit dem 01.01.2006 wird die Altersgrenze für Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit für Versicherte der Geburtsjahrgänge 1946 bis 1948 schrittweise vom 60. auf das 63. Lebensjahr angehoben. Auch unter Inkaufnahme von Abschlägen können die von dieser Neuregelung Betroffenen diese Altersrente nicht mehr bereits ab dem 60. Lebensjahr in Anspruch nehmen. Im Januar 1946 geborene Versicherte erhalten diese Altersrente grundsätzlich – mit entsprechenden Abschlägen – frühestens im Alter von 60 Jahren und einem Monat, im Februar 1946 Geborene mit 60 Jahren und zwei Monaten usw. Die von Dezember 1948 bis Dezember 1951 geborenen Versicherten können sie schließlich nur noch frühestens mit 63 Jahren in Anspruch nehmen. Dies gilt jedoch nicht für die Altersrenten für Frauen und für schwerbehinderte Menschen, die auch weiterhin unter Inkaufnahme von Abschlägen frühestens ab dem vollendeten 60. Lebensjahr bezogen werden können.

Im Wege einer Vertrauensschutzregelung von dieser Anhebung der Altersgrenze für Altersrente wegen Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeitarbeit ausgenommen sind Versicherte, die bis zum 31.12.1951 geboren sind und entweder am 01.01.2004 arbeitslos waren oder deren Arbeitsverhältnis auf Grund einer Kündigung oder Vereinbarung, die vor dem 01.01.2004 erfolgt ist, nach dem 31.12.2003 beendet worden ist, oder die bereits vor dem 01.01.2004 mit ihrem Arbeitgeber Altersteilzeitarbeit vereinbart haben. Dieser Personenkreis kann weiterhin ab dem vollendeten 60. Lebensjahr – ebenfalls mit Abschlägen – Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit in Anspruch nehmen.

Für ab dem 01.01.1952 Geborene werden die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit sowie die Altersrente für Frauen schließlich ganz abgeschafft.

Da für einzelne Altersrenten verschiedene Anspruchsvoraussetzungen, Altersgrenzen und Vertrauensschutzregelungen gelten, muss für jeden Einzelfall gesondert geprüft werden, ab wann welche Rentenart jeweils mit welchem Abschlag zusteht. Aus diesem Grund empfiehlt sich für Versicherte, die den Ruhestand planen wollen, dringend eine rechtzeitige individuelle Beratung durch die Träger der Deutschen Rentenversicherung.

Versicherte, die wegen vorzeitiger Inanspruchnahme einer Altersrente Rentenminderungen hinnehmen müssen, haben bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres die Möglichkeit, diese Einbußen durch Beitragszahlungen ganz oder teilweise auszugleichen.

Wird der Renteneintritt hingegen trotz erfüllter Wartezeit über das vollendete 65. Lebensjahr hinausgeschoben, so wird die spätere Alters- bzw. Hinterbliebenenrente für jeden Kalendermonat, in dem die Rente nach dem 65. Lebensjahr nicht in Anspruch genommen wurde, um einen Zuschlag von 0,5 % erhöht. Ein Aufschieben des Renteneintritts um ein Jahr führt damit zu einer Rentenerhöhung um 6 %.

Eine Altersrente vor Vollendung des 65. Lebensjahres wird nur geleistet, wenn die Hinzuverdienstgrenze nicht überschritten wird. Die Hinzuverdienstgrenze beträgt bei einer Vollrente monatlich 1/7 der monatlichen Bezugsgröße, das entspricht ab 01.01.2006 350 €. Bei Inanspruchnahme der Altersrente als Teilrente gelten besondere Hinzuverdienstgrenzen, die für jeden Versicherten individuell entsprechend des Arbeitsverdienstes, aus dem er in den letzten drei Kalenderjahren vor Beginn der Altersrente Rentenversicherungsbeiträge gezahlt hat, errechnet werden. Nach der Vollendung des 65. Lebensjahres fallen alle einschränkenden Bestimmungen für die Berufstätigkeit weg, d.h. es darf dann in beliebiger Höhe zur Rente hinzuverdient werden, ohne dass sich dies auf die Rentenhöhe auswirkt.

Altersrente wird nur auf Antrag gewährt. Wird dieser innerhalb von drei Monaten nach Vollendung des 60., 63. oder 65. Lebensjahres oder vor Erreichen der jeweiligen Altersgrenze gestellt, beginnt die Rente mit Ablauf des Monats, in dem die Voraussetzungen erfüllt sind, bei späterer Antragstellung mit dem Ersten des Antragsmonats. Der Rentenbeginn kann aber auch durch Weiterarbeit hinausgeschoben werden.

Höhe der Rente siehe Rentenberechnung; Knappschaftsversicherung; Altersgeld für Landwirte.

§§ 34-37,40, 42, 236-238 Sozialgesetzbuch VI

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